Wenn die Psyche leidet

gehört der Mensch in die Hände von Fachärzten, das wären Psychologen oder Psychiater. So wie es selbstverständlich ist, einen Facharzt für körperliche Krankheiten aufzusuchen, so sollte auch ein Arzt für seelische Krankheiten aufgesucht werden.

Viele Menschen haben eine Scheu davor, und experimentieren lieber in der Hoffnung, dass die Probleme von selber weggehen. Sie gehen nicht von selber weg, sie werden höchstens schlimmer und Angst macht sich breit.

Hört euch einfach mal um und ihr werdet staunen, wieviele  Menschen sich im Bekannten- und Freundeskreis therapeutisch begleiten lassen. Sie möchten ihre täglichen Pflichten erfüllen und freudvoll in die Zukunft schauen.

Es gibt verschiedene psychische Erkrankungen, die mit einer erhöhten emotionalen Belastung einhergehen. Dabei spielt das nicht vorhandene Selbstwertgefühl eine erhebliche Rolle. Es ist wichtig, dieses Selbstwertgefühl aufzubauen. Jeder Mensch ist gut für einen, der einem dabei hilft. So mancher Freund/Freundin leistet in diesem Bereich grosse Dienste. Doch irgendwo sind die Grenzen erreicht, dann wird dieser Freund zu sehr belastet und könnte selber deswegen erkranken.

Jeder Mensch ist auf den Platz gestellt, der für ihn und für andere wichtig sind. Ich habe aus persönlichen Gründen etwas dagegen, eine Frau „an den Herd“ zu stellen. Doch finde ich gerade dieses „traute Heim“ für jeden Einzelnen wichtig. Hier ist der Ort, wo sich die Seele entspannen kann, wo sie sich in „ihrem Reich (Heimat / Burg)“ befindet. Jeder, der dieses Heim pflegt und dem Partner und Kindern eine Heimat bietet, leistet Grossartiges.

Es ist von besonderer Wichtigkeit, diese persönlichen Bereiche so schön wie möglich zu gestalten. Jeder sollte nach Möglichkeit seine eigene persönliche Ecke haben, in dem andere nichts mitzubestimmen haben.

Leistungen werden oft nach der entsprechenden Bezahlung dafür beurteilt. Wir dürfen unsere Leistungen nicht immer nach diesen finanziellen Ausgleichen bewerten. Und wir dürfen uns auch schon mal selber auf die Schulter klopfen: Das hast du gut gemacht!

Angst entsteht immer dort, wo wir meinen, etwas zu besitzen und befürchten, dieses zu verlieren. Damit gehen wir oft faule Kompromisse ein und stellen unsere eigenen Bedürfnisse zurück. Wir müssen uns und unsere Bedürfnisse selber wichtig nehmen, gegen andere durchsetzen und notfalls einen Krach riskieren. Wir müssen unsere eigene Kraft finden, unser Leben in die Hand nehmen und die Verantwortung für uns selber übernehmen. So wenig, wie wir anderen in ihr Leben reinreden dürfen, so wenig dürfen das andere bei uns.

Wir müssen bereit sein für Veränderungen. Die Angst vor dem „Neuen“ ist oft zu gross, dass wir diesen Schritt nicht wagen. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt und bleiben daher lieber im alten Trott – unzufrieden aber wohlbekannt. Das kann Süchte auslösen.

Es gibt viele Selbsthilfegruppen. Es gibt viele Organisationen, die ehrenamtliche Helfer suchen. Das sind auch Möglichkeiten, um aus seiner Isolation herauszukommen.

Wer in Ängsten steckt, sollte sich nicht noch mit deprimierenden Filmen, Berichten oder Büchern belasten. Es gibt viel Ungerechtigkeit auf der Welt. Mitleid hilft keinem. Mitleid heisst mit dem anderen leiden. Dadurch wird dessen Leid nicht weniger.

Wenn wir Mitleid empfinden bei bestimmten Berichten – und diese Menschen gar nicht kennen – muss man sich fragen, was einen denn da berührt. Wenn man sich traut, in seinem eigenen Leben zu forschen, wird man auf alte Geschichten stossen – aus der Kindheit – bei denen man verletzt wurde. Das können oft sehr schmerzvolle Erinnerungen sein, weil die kindliche Liebe gegenüber anderen zurückgewiesen wurde. Das kann zu Weinattacken führen – und man sollte sich seiner Tränen nicht schämen. Die Seele sucht sich einen Weg, die Belastungen wegzuspülen. Damit wird der Druck genommen.

Als ich an einer Familienaufstellung teilgenommen habe, wurde sehr viel geweint. Es war aber nicht belastend, sondern befreiend. Über die Arbeit der Familienaufstellung gibt es mehrere Artikel hier im Blog.

Entspannungstechniken sind eine gute Möglichkeit, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Im Internet gibt es unzählige Anweisungen dazu sowie Bücher oder CDs. Man kann sich auch eine eigene Entspannungsgeschichte ausdenken und aufschreiben.

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3 Antworten zu Wenn die Psyche leidet

  1. Maja schreibt:

    Du sprichst mir aus dem Herzen. An einer Familienaufstellung habe ich in einer Mutter-Kind-Kur teilgenommen. Das war wirklich erstaunlich, was man alles über sich selbst erfährt.
    Und Entspannung tut Körper und Seele gut. Dieser Beitrag gefällt mir sehr!

  2. ursulaortmann schreibt:

    Vielen Dank, freut mich sehr. 🙂

  3. Es gibt so viele Möglichkeiten, die Leiden der Seele zu lindern. Jeder kann seinen eigenen Weg finden. Es ist doch schön zu wissen, dass man mit temporären Leiden nicht auf Dauer leben muss 🙂 Schöner Beitrag

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