Germania – die Seele Deutschlands

Die Volksseelen der Länder werden gerne als Frauen dargestellt. So steht für Deutschland Germania, für England Britannia, für Frankreich Marianne, für Italien Italia. (siehe auch Nationalallegorie)

Der Begriff Germania geht weit in die Römerzeit zurück, so wurde die westlich gelegene Seite des Rheins Germania inferior genannt https://de.wikipedia.org/wiki/Germania_inferior                                                                     die Gegend am Oberrhein https://de.wikipedia.org/wiki/Germania_superior                 und der Rest Germania magna, das freie Germanien https://de.wikipedia.org/wiki/Germania_magna .

Die vielen Eroberungsversuche, dieses Reich zu unterwerfen, scheiterte. Die Germanen konnten sich gegen die kriegerischen Römer wehren. Der bekannteste Sieg über die eindringenden Römer war die Varusschlacht im Jahre 9 n. Chr.

Die Germania galt bei den Römern als Heldin, als Kämpferin und ihr Bild wurde bereits auf römischen Münzen dargestellt. Doch bevorzugten die Römer für ihre Gegner Abbildungen in herabwürdigenden Trauerposen

Ich halte die Germania für den Ausdruck des Weiblichen. Sie wurde schlafend, geschunden oder gefesselt dargestellt, nackt und ihrer Würde beraubt – und auferstehend ähnlich Christus (vielleicht von den Malern und Medaillenherstellern intuitiv damit verbunden).

Ihr werden 2 Töchter zugeordnet: Elsaß und Lothringen.

Die Germania wird vielfach mit Schwert und Reichskrone abgebildet. Das Schwert ist ein Sinnbild für Kampfbereitschaft und Verteidigung der Freiheit und Frieden, die Krone ist ein Zeichen für Würde und Macht. Sie wurde auf Postkarten und Briefmarken dargestellt, auf Medaillen und Bildern. So steht auf einer Abbildung „Michel wach auf, dass man im Schlaf dich nicht verkauf.“

Medaillen mit Germania-Abbildungen galten als Glücksbringer. Hamburg (Hammonia) ließ 1843 ein grosses Dankmedaillon anfertigen zur Erinnerung an den grossen Brand vom 5.5.1842, gegossen aus dem zerstörten Glockenmaterial der Hamburger Hauptkirche. Die stehende Germania überreicht der sitzenden Hammonia ein Füllhorn. 475 Exemplaren wurden an deutsche Städte und Gemeinden vergeben, die der Freien und Hansestadt Hamburg nach der großen Brandkatastrophe vom 5. bis 8. Mai 1842 materielle Hilfe zukommen liessen. Die Bismarck Segenmünze ebenso wie die Erinnerungsmedaille an den deutsch-französichen Krieg 1870-1871 zeigt auf der Rückseite die Germania.

Ihr zu Ehren gab es viele Denkmäler und Kriegsdenkmäler, das bekannteste ist das Niederwalddenkmal.

Autor: Ursula Ortmann, Rees

 

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