Der Tod ist kein Zufall von Hermann Meyer

Wenn wir doch mehr auf unser Frühwarnsystem hören würden – unser Bauchgefühl. Wie oft ist uns mulmig zumute wegen eines Versprechens oder einer Zusage oder einer Verabredung aus einem Pflichtgefühl heraus.

Die eigenen Bedürfnisse werden verdrängt, man hält an einmal getroffenen Entscheidungen fest, obwohl man das Bedürfnis hat, ganz andere Wege zu gehen. Nur damit andere nicht behaupten können, dass man wankelmütig ist oder inkonsequent.

Wir sind in einem System von Erwartungen gefangen, dass uns durch Eltern und Umwelt beigebracht wurde. Diese Befangenheit engt uns ein, nimmt uns die Luft und erlöst uns durch den Tod.

Das Buch möchte das Tot-Schweigen des Todes brechen und helfen, ungelöste Konflikte aufzulösen, die uns letztendlich die Freude am Leben rauben und Krankheit oder Unfall herbeiführen. An vielen Beispielen wird aufgezeigt, wie wir die uns diktierten Spielregeln mitspielen, ohne sie infrage zu stellen und kampflos aufgeben.

Hermann Meyer erzählt uns unermüdlich in seinen Büchern von unseren Rollenspielen, die wir als Beobachter bei anderen sehr gut nachverfolgen können. Es gibt hauptsächlich 2 Rollenspieler, egal wie alt man ist: den Elternrollenspieler und den Kindrollenspieler. Der Elternrollenspieler bestimmt, wo es langgeht, erteilt die Gesetze (Erwartungen) und Strafen (Liebesentzug, Beleidigtsein, Vorwürfe, Schuldzuweisungen etc.) und der Kindrollenspieler fügt sich, passt sich an, verdrängt seine eigenen Bedürfnisse und bekommt dafür die versprochenen Zuwendungen – und oftmals auch nicht. Trotzdem bleibt er lange in der Rolle, so wurde er erzogen und im älteren Stadium fand sich sofort jemand, der die Rolle der Eltern übernahm. Wer sich damit befasst, muss alle Vorstellungen von Liebe aufgeben und das tut weh. Es bleibt noch „der andere braucht mich“ und man begibt sich in die sogenannte Co-Abhängigkeit (das gilt meiner Meinung nach nicht nur für Süchtige). Irgendwann geht es nicht mehr und man flüchtet vor Partner, Beruf, Familie oder der Konflikt macht sich durch körperliche oder seelische Krankheiten bemerkbar. Ebenso ist Flucht in die Sucht denkbar.

Eine dritte Spezies Mensch treffen wir selten an, einen erwachsenen Menschen, der unabhängig von gesellschaftlichen Erwartungen und Normen seine Interessen wahrnimmt, ohne andere auszubeuten oder zu erniedrigen. Die in Hermann Meyers Buch „Die Gesetze des Schicksals“ erwähnten Gesetze, die das Leben steuern, werden noch mal kurz erklärt und auf die Erpressungsversuche in Familie und näherem Umfeld eingegangen.

Ein nicht einfaches Buch.

Autor: Ursula Ortmann, Rees

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