TU-Anima-Test

Der “’TU-Anima-Test“‘ ist ein psychologischer Test mit abstrakten Bildern, um seelische Strukturen aufzudecken und ruft eng umschriebene Reaktionen hervor, ein Evokationsverfahren (ruft Gedanken und Assoziationen auf). Der Test entstand durch einen Versuch von Heinrich Reich, hinter die Geheimnisse der gegenstandslosen abstrakten Malerei zu kommen.

Heinrich Reich – geb. 6. April 1888 um 23.29 Uhr in München, gest. 9. August 1961 – war Arzt, Maler und Musiker lebte und arbeitete als Arzt 8 Jahre im fernen Osten, was seine Malerei beeinflusste. Ab 1945 machte er den Versuch, auf meditative Weise Bilder zu empfangen und testete, ob diese Bilder als Symbole von anderen erkannt wurden. Dazu malte er auf Tafeln in der Größe von 30 x 40 cm ein Symbol, z.B. ein Messer für Kampf und Opfer, konzentrierte sich darauf und malte auf der anderen Seite mit Aquarellfarbe ein abstraktes Bild für das Messer. Später wurde das ursprüngliche Bild  „Messer“ durch Zahlen ersetzt. Anfänglich wurden die sympathischen oder unsympathischen Empfindungen mehr spielerisch wahrgenommen. Bei den Experimenten stellten sich angeblich Übereinstimmungen mit seelischen Problemen heraus.

Es entstanden 150 Tafeln mit 60 Symbolen, für einige Symbole entstanden mehrere Entwürfe. Die Größe der Bilder wurde auf 3×4 cm reduziert. 4 Jahre  experimentierten überwiegend Künstler mit ca. 100 Bildern in beiden Größen. Durch die Wahl der Bilder wurden Zusammenhänge zum täglichen Erleben mit seiner Problematik erkannt. Dadurch wurden auch Psychologen auf den Test aufmerksam, obwohl nie die Absicht bestand, einen psychologischen Test zu kreieren.

Die Anzahl der Bilder im Format 3×4 cm wurde auf 39 reduziert, damit wurde 1949 die 1. Auflage des Testes gedruckt mit dem Namen “TU-ANIMA-Test“. ‚’’Tu Anima’’’ heißt „du Seele“.

Aus den vorgelegten Karten (später reduziert auf 36) wurden 12 Karten herausgesucht, die als sympathisch empfunden wurden, ebenso 12 unsympathische. Aus der Wahl der Karten zeigte sich, welchen Problemen – auch lange unterdrückte – der Ratsuchende ausgesetzt war. Die restlichen 12 sprachen einen nicht an und gab Hinweise darauf, welche Themen gerade nicht aktuell waren und eine untergeordnete Rolle spielten. Aufmerksam gewordene Ärzte, Heilpraktiker und Psychologen benutzen den Test – auch Reich-Test genannt – und schickten Reich die Erfahrungsberichte.

Den Werdegang und Auszüge der Erfahrungsberichte veröffentlichte Reich in seinem Buch “Seelenbilder“  Strukturanalyse der Seele durch gegenstandsfreie Bilder.
Baldur Ebertin wurde auf diesen Test – auch TUA-Test genannt – aufmerksam und arbeitete selber damit. Da Reichs Buch vergriffen war und er befürchtete, dass der Test in Vergessenheit geraten würde, schrieb Ebertin das Buch „Dialog mit der Seele“ und das Nachfolgebuch „: Schlüssel zum Geheimnis der Seele, mit dem Tu-Anima Bildertest
* Heinrich Reich: Seelenbilder. Strukturanalyse der Seele durch gegenstandsfreie Bilder. Lehrbuch des TUA-Testverfahrens und einer experimentellen Malerei. Rascherverlag, Zürich u.a. 1960.
* Heinrich Reich: Tuanima – Bilder antworten der Seele, Tuanima Verlag, München, 1955 (1955)
* Baldur Ebertin: Im Dialog mit der Seele, Verlag Hermann Bauer 1. Auflage 1995 ISBN 3762604908
* Baldur Ebertin: Schlüssel zum Geheimnis der Seele, mit dem Tu-Anima ‚Bildertest Ebertin-Institut Edition 2006, 2007 Seiten, ISBN 10:3-00-01858-8 und ISBN- 13:987-300-018558

Autor: Ursula Ortmann, Rees

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2 Antworten zu TU-Anima-Test

  1. Sehr geehrte Frau Ortmann! Mit Freude habe ich gerade Ihren Bericht über den Tu-Anima-Test von Dr. Heinrich Reich und meine Lehrbücher über den Test gelesen.
    Der TUA-Test ist es tatsächlich wert, sich mit ihm ausführlich zu beschäftigen, das gilt vor allem für die Psychodiagnostik in der Heilkunde (Psychologen, Psychotherapeuten, Ärzte, Heilpraktiker), aber auch für die qualifizierte Berufs-, Partnerschafts- und Lebensberatung.
    Die aus dem Test ableitbaren Persönlichkeitsdimensionen sind nach meinen Erfahrungen:
    1. Die Stellung zu sich selbst – 2. Wie ist das Verhältnis zu den Mitmenschen? 3. Können und wollen Patienten wieder gesund werden oder – unbewußt – im leidenden Zustand verbleiben? – 4. Das Erleben von Gesundheit und Krankheit – 5. Wille und Leistung – Erfolg und Mißerfolg –
    6. Aggression und Wut, Verzeichung und Versöhnung – 7. Die Welt der Phantasien und Ideen –
    8. Verzicht und Trauer – Einstellung zu Leben und Tod. 9. Religiöse Bindungen und unbewußte Glaubenssätze. – 10. Erleben von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. 11. Verdrängungen – aggresive und depressive Grundhaltungen – 12. Ansäzte zu Regeneration und Heilung.
    Alle guten Wünsche! Baldur R. Ebertin

  2. ursulaortmann schreibt:

    Vielen Dank für die Ergänzung und die guten Wünsche, lieber Herr Dr. Ebertin.

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