Zeiten der Trennung?

Wir unterhalten oftmals Beziehungen und Kontakte aus alter Gewohnheit. Man kennt sich ja schon so lange, kennt die Eigenarten und „Macken“, man hat sich arrangiert. Aber hat man sich wirklich so richtig wohlgefühlt? Ist es nicht komisch, dass immer dann, wenn ein Besuch zu diesen Menschen ansteht, einen eine bleierne Müdigkeit überfällt? Da macht sich schon die Seele bemerkbar, die diese Disharmonie bemerkt.

Solange wir von einem Termin zum anderen rennen, sind wir für unser Empfinden sehr unaufmerksam. Selbst durch plötzlich auftretende Kopf- oder Rückenschmerzen erkennen wir nicht, dass die Seele keine Kompromisse mehr eingehen möchte. Sie drosselt die Energie und sagt deutlich: „Es passt nicht mehr. Ich wünsche mir für Kontakte eine andere Qualität.“

So können wir die nötige Trennung von Menschen, die nicht mehr zu uns passen, solange hinauszögern, bis sich genug Frust angestaut hat und die Angelegenheit in einem kraftraubenden Streit eskaliert. Dann ist die Trennung da und ebenso Verletzungen durch gegenseitige Schuldzuweisungen.

Das ist nicht nötig, wenn wir achtsamer mit uns umgehen und auf die innere Stimme hören. Wir trennen uns von Menschen und Dingen, weil sie nicht mehr zu unserem Entwicklungsweg passen. Das Interesse ist nicht mehr da – ohne nach Schuldigen zu suchen.

Angepasstsein und Rücksichtnahme verhindern die freie Entfaltung der eigenen Persönlichkeit. Und man wird verbittert, weil die Aufgabe eigener Interessen von niemandem anerkannt wird. Viele Menschen haben noch gar nicht mitbekommen, dass andere gar nicht bereit sind, irgend etwas bei anderen zu würdigen. Glücklich sind die Menschen, die anfangen, sich auf sich selbst zu besinnen und sich und seine eigenen Leistungen selber würdigen. Die Zeiten, in denen man nach „mehr, besser, höher, weiter“ rief und lebte, sind vorbei. Es kommt die Zeit des „weniger ist mehr“, in der man die erreichten Dinge geniesst und würdigt. Der Drang, mehr zu haben oder zu sein, verblasst und dadurch gewinnt das Leben an Qualität. Es geht um die Bewusstwerdung des JETZT und der Freude am Dasein.

So gibt es immer mehr Menschen, die andere nicht mehr überbieten und ausboten wollen und bei denen man Freude empfindet, wenn man seine Zeit mit ihnen verbringt.

Autor: Ursula Ortmann, Rees

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2 Antworten zu Zeiten der Trennung?

  1. Du hast die feinen Schwingungen des Miteinander sehr gut erfasst, mir ging es oft in jungen Jahren beruflich so: Immer, wenn ich das Gefühl hatte, jetzt kann ich nichts mehr dort erfahren und lernen, bin ich weiter gezogen. Das war in Zeiten der Vollbeschäftigung wunderbar, aber später war dies nicht mehr möglich, und heute stelle ich fest, dass ich gerade in den späteren Jahren – ab 40 – die besten und nachhaltigsten Erfahrungen mit Mitmenschen gemacht habe. Als es keine Fluchtmöglichkeit mehr gab, waren die dauerhaften Erfahrungen die reichsten.

  2. ursulaortmann schreibt:

    Liebe Elke

    ich bin dauersesshaft. Flucht als mögliche Lösungsmöglichkeit kenn ich nicht. Ich kenn da eher das Aussitzen – und das kostet meine Energie, die ich anderweitig für mich selber verwenden kann und will. Ich will keine Kompromisse mehr schliessen und Zugeständnisse machen, die mich energetisch auslaugen und mir persönlich überhaupt nichts bringen. Ich bin nicht mehr bereit, Rücksicht darauf zu nehmen, wie es anderen damit geht.
    Es handelt sich auch nicht um mein persönliches Problem, sondern um die Zeitqualität. Nachdem der Neptun sich um alle anderen gekümmert hat, kümmert er sich jetzt die nächsten ca. 14 Jahre um seine eigenen, persönlichen Interessen. Es ist das, was der Neptun für jeden Einzelnen verkörpert. Er wird da sehr egoistisch sein. 😉 Und diejenigen werden sich am Lautesten beklagen, die bisher von der Zuwendung und Rücksichtnahme gelebt haben.

    Liebe Grüsse
    Ursula

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