Schuld und Schuldgefühle

Wir sind allzu gerne bereit, jemandem anderen Schuld zu geben an ein negatives Erlebnis, Krankheit, Unfall, selbst an schlechter Laune hat irgend jemand anderes Schuld. Das sind Dinge, die wir von klein auf gelernt und übernommen haben. Die Unzufriedenheit der Eltern und die Geldknappheit durch unsere Geburt wurde so manchem als Bürde auferlegt, so dass diese ihr Leben nicht leben konnten, wie sie wollten. (Es gibt solche Berichte)

Von klein auf haben wir gelernt, die Verantwortung von uns zu weisen, indem man andere beschuldigt. Irgendwann fragt man sich, was macht das eigentlich mit dir?

Alles hat eine Ursache. Wenn wir in einem Konflikt stehen mit anderen, meinen wir, der andere habe Schuld. Tatsache ist aber, dass der Konflikt in uns selber besteht und wir auf andere projizieren. Dieser andere wiederum hat denselben Konflikt in sich, wenn er darauf reagiert. Hätte er ihn nicht, würde er nicht negativ reagieren bzw. würde gar nicht reagieren.

Ich bin nicht auf jemanden wütend, weil der mich geärgert hat. Sondern ich bin wütend, weil ich die Wut in mir empfinde. Es ist meine Wut, es ist mein Ärger, es ist meine schlechte Laune. Niemand ist dafür verantwortlich, nur ich. Ich kann mich über jemand anderen ärgern, aber ich muss nicht. Ich habe die Wahl, einen anderen sein zu lassen wie er ist oder an demjenigen herumzuerziehen. Das lässt der sich nicht gefallen und das ärgert mich. Mein Ärger.

Schuldgefühle entstanden in der Kindheit, indem sie uns eingeredet wurden. Man bekam eine Erkältung, weil man die Mütze nicht aufgezogen hatte. Man brach sich ein Bein, weil man wie wild herumgerast ist. Für jedes Ereignis wurde uns ein Fehlverhalten aufgezählt und die „Strafe“ als berechtigt eingeredet. Diese Schuldgefühle klappen so gut, dass jemand prompt eine Grippe bekommt, wenn er mal vergessen hat, die Mütze aufzusetzen. Oder dass man Bauchweh bekommt, wenn man Wasser zu Obst trinkt etc. etc.

Die Frage ist auch immer wieder danach, wer Schuld ist, wenn kleine Kinder schwerkrank oder behindert sind. Damit sucht man einen Grund, warum die Eltern und die Kinder bestraft werden. Es gibt keine Strafe. Es gibt eine Ursache und die kann man nur akzeptieren, wenn man an die Wiedergeburt glaubt. Wer das nicht glauben kann, kann auch nicht an die Gerechtigkeit eines Gottes glauben, der alle seine Kinder gleichmässig liebt. Denn es werden ja ganz eindeutig viele benachteiligt.

Unsere Leben auf der Erde dienen unserer Schulung und Weiterentwicklung. Zwischen den Leben haben wir ohne unseren Körper eine ganz anderes Verständnis von unserer Seele und dessen Aufgaben. Dort entscheiden wir, wie wir im nächsten Leben den grösstmöglichen Fortschritt machen können. Dazu suchen wir uns auch einen Körper aus, der nicht vollkommen ist und in dem man auch auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Es geht um unsere Erfahrung, mit diesem Körper zu leben. Auf seelischer Ebene haben sich auch die Eltern bereit erklärt, dieses Kind in Liebe anzunehmen. Wenn wir aber inkarniert sind, wird uns die Schwere dieser Last bewusst und so mancher versucht, sich nicht an diese Abmachung zu halten.

Es gibt viele andere Gründe, um diesem Leben zu entfliehen und einige Menschen sind nie richtig auf dieser Welt angekommen. Wir wissen nicht, wer und warum sich jemand für oder gegen das Leben entschieden hat. Doch können wir davon ausgehen, dass nichts zufällig geschieht und alles zu einem grossen Weltenplan gehört, für den uns das Verständnis fehlt.

Da wir es nicht wissen, können wir uns auch jedes Urteil darüber ersparen.

Autor: Ursula Ortmann, Rees

Dieser Beitrag wurde unter meine Welt, Seelenpartner abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.