Familienstellen

Wir werden geprägt in unserer Kindheit. Wir übernehmen viele Glaubensmuster von Eltern, Verwandten, Lehrern, Freunden etc. ohne Prüfung, ob es für einen selber stimmig ist. An uns wurden Erwartungen gestellt, die wir nicht erfüllen konnten.

Wir selber, unsere Eltern oder auch die Urgrosseltern haben furchtbare Erfahrungen und Erlebnisse gehabt, über die nie gesprochen wurde, die also nie verarbeitet wurden. Diese Erlebnisse wurden verdrängt, Personen die damit verbunden waren, wurden totgeschwiegen. Es existiert aber im Familienerleben und äussert sich bei sensitiven Familienangehörigen als Blockade oder als Erkrankung.

Kinder übernehmen gerne die Last bzw. das Schuldenpaket der Eltern. Aus grosser Liebe wollen sie den Elternteil entlasten und dieser Elternteil gibt das schwere Sorgenpaket gerne ab. Das Kind trägt es mit sich, kann es aber nicht verarbeiten, weil es nicht seins ist. Es kann dieses nur zurückgeben an den, dem es gehört. Doch dazu muss man sich erst bewusst werden, dass das überhaupt geht.

Unter Kinder muss man sich jetzt nicht kleine Kinder vorstellen. Wir alle sind Kinder unserer Eltern, egal wie alt wir werden. Gegenüber den Eltern sind wir immer die Kleinen, die ihren Schutz und ihre Liebe brauchen. Die Eltern sind die Grossen, die stark sind und sich um ihre eigenen Probleme selber kümmern müssen – auch wenn  sie alt sind, auch wenn sie krank sind. Die Kinder sollen nur helfend eingreifen, aber nicht das Leben eines Elternteiles teilen oder die Stelle eines Partners übernehmen (als ständiger Begleiter und Müllabladestelle).

Die Kinder haben ihr eigenes Leben mit ihren eigenen Problemen. Es ist ungut, sein eigenes Leben nicht leben zu können aus Sorge und Arbeit wegen eines Elternteiles. Man trägt Verantwortung für sich und seine Selbstverwirklichung und die Eltern tragen Verantwortung für sich und ihr Leben. Unsere Glaubensmuster sagen uns aber ganz was anderes und das nimmt uns die Luft zum Atmen und die Freude am Leben.

Man kann alles organisieren. Es gibt Putzhilfen, es gibt Pflegedienste und es gibt „Essen auf Rädern“ was in vielen Gemeinden privat organisiert wurde. Aus diesem Angebot kann man sehen, dass ein grosses Umdenken stattgefunden hat. Wenn ich mich „kümmer“ heisst das nicht, dass ich alles selber machen muss.

Wie finde ich jetzt heraus, was mich belastet und warum? Das Leben könnte „eigentlich“ schön sein, doch man fühlt sich, als wenn man eine schwere Last mit sich herumträgt.  Hier kann das Familienstellen helfen, die Ursache der Probleme zu finden. Erst wenn ein Problem erkannt ist, kann man damit arbeiten oder – wenn es nicht meins ist – an den zurückgeben, dem es gehört.

Genau das wird bei Familienstellen gemacht. Es ist erstaunlich, welche Energien man aufnimmt und wie reagiert wird. Für die, die nicht wissen, wie es abläuft, eine kleine Erklärung:

Es treffen sich Menschen, die ein Interesse an Problembewältigungen haben. Wer sein Problem aufstellen will, braucht jetzt nicht eine grosse Beichte ablegen, sondern er ist Zuschauer. Er wählt einen anderen, der ihn vertritt und für jeden, wo man meint, dass er an dem Problem beteiligt ist.

Alle stellvertretenden Personen übernehmen die Rolle einer bestimmten Person und lässt sich auf das ein, was man fühlt. Das Ziel ist, dass jeder so steht, dass er sich in diesem Personenkreis wohlfühlt.

Was veranlasst mich, auf diese Möglichkeiten der Problembewältigung hinzuweisen? Ich war selber in den Erwartungshaltungen der Familie verstrickt und hatte jahrelang kein Eigenleben vor lauter Arbeit und Sorgen wegen meiner Eltern. Ich weiss, dass das ein Weg ist, den man nicht gehen braucht und ich weiss, dass ich nicht die Verantwortung für andere übernehmen soll und kann. Ich fühlte mich verpflichtet, weil ich das in jungen Jahren mal zugesagt hatte ohne die Konsequenzen zu kennen. Das waren meine Glaubensvorstellungen, die mich sehr viel Lebensqualität kosteten. Aus dieser Erfahrung heraus rate ich jedem ab, sich zu opfern. Das Leben ist zu kurz, um es mit Problemen anderer zu belasten.

Autor: Ursula Ortmann, Rees

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