Selbstverantwortung

Es passiert oft, dass wir etwas lesen oder auch einen Vortrag hören und dem voll und ganz zustimmen. Wir bringen es aber nicht fertig, das Gehörte oder Gelesene in unseren Alltag zu integrieren. Wie ist das möglich?

Unsere Welt ist eine Welt der Vorstellungen, jeder hat eine andere Vorstellung, d.h. jeder glaubt etwas anderes, wie unsere Welt ist. Wir haben etliche Glaubenssysteme alias Religionen, die vorgeben, wie die Welt und die Menschheit sein sollte. Diese Vorgaben wurden uns eingetrichtert, teilweise vorgelebt. Leider mit einem grossen Druck: da ist von Schuld die Rede, von Bestrafung und von Verdammnis. Menschen die in diesem Glaubenssystem verstrickt sind, suchen nach Schuldigen für ihre missliche Lage. Und es sind immer die anderen…….

Im Mittelalter kamen diese auf den Scheiterhaufen oder wurden anderweitig umgebracht. Und in der Menschheitsgeschichte können wir nachlesen, dass sich trotzdem nichts verbessert hatte. Die Menschen die übrig blieben, waren ja Lügner, Betrüger und Mörder.

Und es ist immer noch so: Wer in dieses System nicht passt, wird rausgeekelt. Döbereiner bezeichnet die Gruppen (Familienverbände, Vereine etc.) als Herde. Wie wir wissen, hat jede Herde ein Leittier, einen Leithammel also. Und dieser übernimmt das Denken für die anderen, die ihm dafür auch noch huldigen.

Die Individualität des Einzelnen bleibt auf der Strecke, man ist nämlich nicht als Herdentier geboren, sondern als Mensch mit seinen eigenen persönlichen Vorstellungen, Ideen und Wünschen. Die Seele hat eine Verkörperung angenommen, um ihre Ideen und Vorstellung in der Materie zu verwirklichen.

Jede Unterdrückung und Einengung widerstrebt der Individualität und die Folge davon sind Verhärtungen, Stagnation, Krankheit und Tod.

Jetzt schickt uns Gott viele Helfer auf die Erde. Er sendet seine Boten, die uns darauf vorbereiten, dass diese Welt nicht die Endwelt und unser Ziel ist, sondern nur ein Übergang. Man kann es vergleichen mit einem Schuljahr, in dem man ein bestimmtes Ziel erreichen kann. Erreicht man es nicht, wird es eben ein- oder auch zweimal wiederholt. Es ist überhaupt kein Problem. Zeit – wie wir sie kennen – gibt es in der geistigen Welt nicht.

In meinen Beratungen habe ich oft erlebt, dass der Mensch meine Erklärungen zwar verständlich findet, es aber nicht übernehmen kann, solange er ausserhalb von sich nach einem Schuldigen sucht. Jeder ist selbstverantwortlich. Jeder der sein Leben ändern will, muss sich fragen: Wie und warum habe ich es soweit kommen lassen? Entspricht mein Leben meinen Vorstellungen oder lebe ich die Vorstellungen anderer? Entscheide ich frei oder sind mir die Meinungen und Reaktionen anderer sehr wichtig? Bin ich zu bequem, um aus dem Trott auszusteigen? Habe ich Angst vor der Ungewissheit, was kommt und wähle daher das für mich vermeintliche kleinere Übel? Bin ich zufrieden mit dem, was ist oder nagt an mir die Unzufriedenheit?

Wenn ich etwas ändern will, muss ich bei mir anfangen. Ich muss alles infrage stellen, meine Lebensweise, meine Familie, meine Herkunft und meine Bezugspersonen. Ich muss mich auf mich besinnen und mich mit mir, meinen Wünschen und meinen Vorstellungen beschäftigen und versuchen, sie zu realisieren. Ich darf nicht aufgeben, wenn es beim ersten Mal nicht klappt. Man begibt sich ja auf ein Neuland, man ist „Anfänger in Selbsterkenntnis“.

So wünsche ich allen spannende Eindrücke in diesem Jahr und allen eine friedliche Zeit.

Autor: Ursula Ortmann, Rees

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