Liebe und Hass

Wir grenzen uns oftmals von anderen stark ab. Wir wurden oft verletzt und haben Angst, wieder verletzt zu werden. Doch müssen wir aufpassen, dass wir uns mit dieser Abgrenzung nicht selber einmauern. Man ist mit der Abgrenzung zwar geschützt – aber auch allein.  Mauern, die einmal aufgebaut wurden, erfordern viel Kraft und Mut, sie wieder niederzureissen.

Wenn ich die Mauern niederreisse, kann alles, was ich empfinde, raus. Aber ebenso kann alles, was man mir zusendet – Liebe und Hass – mich erreichen. Ich kann nicht nur das filtern, was ich haben möchte. Ich muss mir bewusst sein, dass Liebe und Hass die gleiche Quelle haben. Jemand, der meint, mich nicht zu mögen, denkt mit grosser Hingabe an mich – und natürlich umgekehrt auch. Das, was mir vollkommen egal ist, hat auch in meinen Gedanken keinen Raum.

Es gehört zu meinen Rechten, jeden mit meiner Liebe anzunehmen. Sobald ich diese Freiheit spüre, die Freiheit zu lieben und geliebt zu werden, sodann verliert man diese Angst, verletzt zu werden. Ich kann mich nicht vor Verletzungen schützen, aber ich kann die Angst davor verlieren, wenn ich weiss, dass der Verletzer verletzt, um sich und seine Gefühle zu schützen, um selbst nicht verletzt zu werden. (Ich spreche von „normalen“ Menschen, nicht von Psychopaten).

Den grössten Schmerz haben wir erlebt, weil wir von jemandem abgewiesen wurden. Der Schmerz, den wir dabei erleben, hat oftmals mit Kindheitserlebnissen zu tun. Es erinnert uns daran, dass wir, die geliebt werden wollten, abgewiesen und verspottet wurden. Wir gehen solange durch diesen Schmerz, bis wir die Zusammenhänge erkennen. Wir müssen lernen, dieses zu ertragen. Den Schmerz zu spüren heisst das Leben zu spüren.

Ich muss lernen, dass andere Menschen mich nicht so sehen, wie ich es gerne hätte. Ich muss lernen, dass ich die Wertvorstellungen anderer nicht mehr erfüllen kann und will. Ich muss meine Ideale und meine eigenen Wertvorstellungen überprüfen. Sind es wirklich meine??? Oder hab ich sie von anderen übernommen, weil ich gedankenlos handele oder mich Traditionen unterworfen habe oder jedem Modetrend folge.

Ich muss lernen, mich anzunehmen, so wie ich bin und sagen: So wie ich bin, bin ich gut.

Ich denke, dass das Verzeihen einigen recht schwer fallen dürfte. Und erzwingen kann man nichts. Das muss schon von Herzen kommen.
Wenn es regnet und ich dadurch muss, werd ich nass. Das ist so, eine Tatsache, an der ich nicht vorbeikomme. Und genauso geht es mit den Verletzungen und Beleidigungen. Das sieht man sich an und sagt: Ja, das war so. Es war nicht schön, aber es war so. Wenn man es dann noch schafft, keinen Schuldigen zu suchen und nicht darauf herumzureiten, sondern es als unschöne Tat so stehen zu lassen, ich denke, dann kann man seinen eigenen inneren Frieden finden.

Der eine findet seinen Weg durch die Astrologie, der andere durch Familienstellen, der Dritte durch Bücher wie „the work – Lieben, was ist“ . Es sind zwar alles verschiedene Richtungen, doch das Ziel ist bei allen das gleiche: seinen inneren Frieden zu finden. Das geht durch Begreifen, Verstehen, Würdigen – jeden anderen und sich selber.

In der Demut gibst du jedem und allem die Würde wieder, die einem zusteht.
Nimm das Kleinste, was dir möglich ist, zu betrachten – und du wirst darin Vollkommenheit sehen. Setz es unter ein Mikroskop – und du wirst entdecken, wie peinlich genau Gott im Kleinsten gearbeitet hat. Vergrösser es nochmal und nochmal, und immer wieder wirst du funktionstüchtige Genauigkeit erkennen.  Geh in die tiefsten Tiefen und überall wirst du Geschöpfe finden, die mit grosser Farbenvielfalt ausgesstattet sind. Dort sieht man, dass Gott wahrhafte Freude daran hatte, neue Kreaturen zu erschaffen. Schönheit und Vollkommenheit in Dingen, die noch „nie ein Mensch gesehen hat“.

Autor: Ursula Ortmann, Rees

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