Angst und Verletzung

Jeder hat das Bedürfnis, sich an jemanden anzulehnen. Wir geben es nur nicht zu. Anstatt zu sagen „Ich mag dich“ oder „Nimm mich doch einfach mal in den Arm“ demonstriert man dem anderen, dass man ihn überhaupt nicht nötig hat. Jeder fühlt sich verletzt und unverstanden, will aber auch die Verletzung nicht zugeben und schickt eine Retourkutsche.

Da jeder nur sich selber ändern kann, und sonst niemanden, sollte man auch bei sich anfangen. Das geht sehr gut mit Affirmationen. Wenn man googelt, findet man eine grosse Auswahl an Affirmationen.

Nicht nur Menschen finden zu dir, sondern alles, was dir in irgendeiner Weise weiterhelfen kann, so auch Bücher oder diese Blogseite.

Tränen – die nie geweint wurden – sind für Körper und Seele ein grosses Übel. Sei dankbar, wenn du damit Blockaden lösen kannst. Beim Familienstellen wird auch geweint, da sich verletzte Gefühle zeigen. Es ist aber kein belastendes Weinen, sondern ein befreiendes. Endlich löst sich der Druck, der einem so lange das Leben schwer machte.

Spannungsaspekte von Saturn zeigen in deinem Horoskop an, was speziell in deinem eigenen Leben nicht richtig lief. Du beurteilst alle Menschen kritisch, die dich „geknickt und gefaltet“ haben.

Du bist nicht mehr das kleine Mädchen (oder der kleine Junge), dass dieser lieblosen Behandlung ausgesetzt ist. Du bist ein erwachsener Mensch. Nichts und niemand hat das Recht, dir zu sagen, was du zu tun oder zu lassen hast. Stampfe mit den Füssen auf, wenn dir danach ist.
Denke nur noch in Ich will-Form. Wenn dir jemand was sagt, was dir nicht gefällt, sage NEIN.

Spiel für dich das Spiel: Ich bin für mich der wichtigste Mensch auf der Welt, schliesse alle aus. Diese Menschen, die dir die Naturverbundenheit und Lebensfreude genommen haben, gehören nicht zu dir. Man hat dich kleingehalten, damit du nicht laufengehst und funktionierst. Du funktionierst nicht mehr, weil man dich funktionsuntüchtig gemacht hat.

Man hat in dir Ängste ausgelöst. Gib deiner Angst einen Namen.
Ich hab das mal als Empfehlung für Kinder mit Ängsten gelesen: Man sollte irgendeine kleine Monsterpuppe kaufen, ihr den Namen Angst geben. Die Angst darf einen begleiten, man nimmt sie überall mit. Man erkennt die Angst als Teil seiner Persönlichkeit. Wenn man was wichtiges zu tun hat, steckt man die Angst in die Hosentasche. Sie muss warten, bis man wieder Zeit für sie hat.

Es sind seltsame Empfehlungen, ich weiss. Doch wenn man seinen eigenen Willen so rabiat verleugnet hat, hilft erstmal am besten das Gegenteil. Deine Angehörigen werden die Hände über den Köpfen zusammenschlagen.
Wenn jemand Druck auf dich ausüben will, heisst das nicht, dass man nachgeben muss. Mit deiner Gegenwehr verdienst du dir den Respekt anderer Personen. Auch wenn sie erstmal beleidigt abrauschen.
Wenn du anfängst, Dinge anders zu sehen, verhälst du dich auch anders. Wenn du dich anders verhälst, sind die Reaktionen deines Umfeldes auch anders.

Im Zorn darf man Worte sagen, die man sonst nicht sagt. Man darf nur hinterher nicht anfangen, das zu beschönigen.  Mit Worten, die im Zorn gesprochen wurden, setzt man sich immer ins Unrecht. Und Unrecht möchte als Unrecht erkannt werden, das ist Wahrheit. Dann gibt es keinen Konflikt mehr zwischen Wahrheit und Lüge. Und dein Umfeld – oder deine Aura – befindet sich wieder im Gleichgewicht.

Und wenn du etwas traurig bist bei der Vorstellung, bestimmte Menschen zu verlassen, ist das auch in Ordnung. Ob es jetzt um einen beruflichen oder privaten Wechsel geht, man verlässt damit Menschen, mit denen man eine sehr lange Zeit verbunden war. Da ist Trauer angebracht.

Das Schlimmste, was wir tun ist, unangenehme Dinge zu vertuschen oder zu beschönigen. Das wurde uns schon von klein auf beigebracht. Bloss nicht sehen, was man nicht sehen darf und schon gar nicht darüber sprechen. Doch Unrecht bleibt Unrecht, es brodelt in dir. Das kann schlimmstenfalls dazu führen, dass du irgendwann mal total ausrastest.

Ichbeschäftige mich auch mit Traumdeutung und kam dadurch an eine verschüttete Missbrauchsgeschichte. Doch diejenige wusste da nichts mehr von, nur im Traum kamen die schrecklichen verschlüsselten Bilder. Ich hab lange gebraucht, um diejenige davon zu überzeugen, sich in therapeutische Behandlung zu begeben.

Alice Miller nennt das in ihren Büchern „einen Zeugen brauchen“, also jemand, der daran glaubt, dass die Ängste und Vorstellungen eine Ursache haben. Nicht jede Angst hat mit Missbrauch zu tun, aber mit seelischen oder körperlichen Übergriffen schon leicht.

Das was man fühlt, braucht erstmal einen Namen. Wenn ich dich mit einem Namen ansprechen kann, bist du real. So ist das mit der Angst auch. Kein undefinierbares Gebilde, dass sich unendlich vergrössern kann, sondern etwas, was ich auch schon mal beiseite legen kann. Weil ich dafür jetzt keine Zeit habe.
Es ist kein Ersatz, sondern das Ding hat einen Namen, eine Grösse, vielleicht ein Gesicht.

Es gibt noch etwas, was schlimmer ist als Angst: die Angst vor der Angst. Wenn man weiss, bei bestimmten Situationen stellt sich diese Angst ein – im Aufzug, bei Gewitter, in Menschenmassen nur um ein paar Beispiele zu nennen.

Die Angst kann ich nicht wegdenken. Sie ist da und ich muss ihr erlauben, da zu sein. Ich muss dazu stehen, dass ich Angst habe. Ich muss zu mir stehen. Alles was zu mir gehört, ist gut. So bin ich – auch wenn ich Angst habe – gut, so wie ich bin.

Es steht dir frei, jeden zu lieben – aus tiefsten Herzen. Die Probleme fangen erst an, wenn man was für seine Liebe erwartet. Wenn Forderungen gestellt werden. Du liebst mich, dann musst du aber ….. Wenn du das nicht tust, liebst du mich nicht. Das sind Muster aus der Kindheit, mit denen man erpresst wurde und die man heute unbewusst weitergibt.

Man erwartet immer etwas von den anderen – und nicht von sich. Andere sollen mich glücklich machen !!! Andere sollen auf meine Bedürfnisse Rücksicht nehmen. Andere sollen so mit mir verbunden sein, dass sie sich denken können, was mir gerade fehlt.  Andere sollen mich anrufen oder fragen, wie es mir geht. etc. etc. etc.

Da kommt man nur raus, wenn man selber den ersten Schritt tut. Ich lege Wert auf … und ruf an.
Ich mag … und … – Himmel, deswegen muss mich doch keiner heiraten.   Man empfindet die Sympathien und sagt das.

Jeder trägt ein Schild auf der Brust: Ich bin nicht liebenswert. Wer soll denn so einen Menschen lieben.
Vielleicht können ja mal alle ihr Brustschild umschreiben.

Schöne Worte von Nelson Mandela „Unsere tiefste Angst“, Text ergooglen

Was liebe ich denn?

Schöne Augen, ein angenehmes Äusseres, die Stimme des anderen, seinen Humor ……

Das kann durch Krankheit oder Unglücksfall alles genommen werden. Was dann noch übrigbleibt, liebe ich das noch?

Hab ich mein Herz an Äusserlichkeiten gehängt oder hab ich mich mit dem auseinandergesetzt, was in diesem Menschen steckt: sein eigentliches Wesen, seine Verletzlichkeit. Hab ich den kleinen liebesuchenden Jungen gesehen? Oder seine Einzigartigkeit?
Wie hab ich gewertet? Warum hab ich gewertet?

Was halte ich von mir selber? Ich bin liebenswert und habe es verdient, geliebt zu werden.
Kann ich das aussprechen? Bekomm ich Herzklopfen? Kann ich das jemandem ins Gesicht sagen, der mich für einen Trottel hält?

Wenn ich mich selber annehmen kann mit all meinen Schwächen, kann ich jeden anderen auch annehmen.
In meinem Leben geht es immer nur um mich. Ich bin der Mittelpunkt, von dem Mittelpunkt meines Lebens kann ich ausstrahlen. Was ich aussende, zieht Gleiches an. Was ich aussende, kommt zu mir zurück. Alles – Gutes und Schlechtes.

Ich brauche andere Menschen, um mich zu erkennen. Sie sind so lieb und zeigen meine Mentalität. Sie zeigen mir, wie ich gerade so drauf bin. Denn in mir sitzt Engel und Teufel.

Autor: Ursula Ortmann, Rees

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